Mathias braucht Dich!

Der kleine Mathias braucht Hilfe

Seit seiner Geburt leidet der drei Monate alte Säugling Mathias Meier aus Schleching am Shwachman-Diamond-Syndrom, einer seltenen, angeborenen Erkrankung des blutbildenden Systems.

Dadurch ist sein Leben jederzeit durch Infektionen bedroht. Die einzige Heilungsmöglichkeit ist die Übertragung von Stammzellen eines gesunden Menschen. Um einen geeigneten Spender zu finden, ist am Sonntag, 25. Januar, von 11 bis 17 Uhr in der Krankenpflegeschule der Kreiskliniken Traunstein-Trostberg GmbH eine Typisierungsaktion unter dem Motto «Mathias braucht Dich!».Die Aktion organisieren die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die Ärzte Dr. Adelheid Bürger, Christian Becker und Stefanie Reichert sowie der Pfleger Tobias Kronawitta von der Kinderintensivstation des Klinikums Traunstein.

Glück: «Akt der Solidarität»

Dass die Eltern des kleinen Mathias nicht allein dastehen, erfuhren sie im Rahmen einer Pressekonferenz im Klinikum Traunstein: Die Schirmherrschaft hat Landtagspräsident a. D. Alois Glück übernommen. Er appellierte an die Bevölkerung des Landkreises und darüber hinaus, bei der Typisierungsaktion mitzumachen. «Es ist ein Akt der Solidarität, alle Chancen auszuloten, damit der kleine Mathias eine Stammzellenspende bekommen kann», so Glück.

Selbst wer nicht zur Typisierung kommen könne oder gesundheitlich nicht geeignet sei, der könne sich mit einer Geldspende an der Aktion beteiligen. Allein die Registrierung und Typisierung eines neuen Spenders kostet die DKMS 50 Euro an Laborkosten.

Unter dem Stichwort «Mathias braucht Dich!» wurde mit der Nummer 40066078 bei der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg (BLZ 710 520 50) ein Spendenkonto eingerichtet.

Die Aktion unterstützen Biathlet Andi Birnbacher, selbst ein Schlechinger, die frühere Biathletin Uschi Disl und der Skilangläufer Tobias Angerer. Birnbacher, der sich bereits bei einer anderen Gelegenheit hat typisieren lassen, freute sich, dass die Eltern Bettina und Mathias Meier auf ihn zugekommen seien.

«Ich bin Sportler und froh, dass ich gesund bin», sagte er. Er hoffe, dass jemand Geeigneter gefunden werde. Er habe sich bereits auf Sponsorensuche begeben und von einer Brauerei schon eine Zusage erhalten. Eine Packen Autogrammkarten stellt er ebenfalls für die gute Sache zur Verfügung.

Die Typisierung verläuft relativ einfach: Sich registrieren lassen, die Einverständniserklärung unterschreiben und zur Blutabnahme (fünf Milliliter) schreiten. «Das ist gerade mal ein Schnapsglas voll Blut», erklärte Dr. Martina Wanner von der DKMS.

Geeignet sind Personen zwischen 17 und 55 Jahre, die eine gute gesundheitliche Verfassung besitzen. «Sie sollten keine Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen oder andere schwere chronische Krankheiten haben.» Wer bereits bei einer anderen Gelegenheit von der DKMS oder einer anderen Spenderdatei typisiert und registriert wurde, muss nicht erneut zur Typisierung kommen, denn die Dateien sind vernetzt und kooperieren weltweit miteinander.

Je mehr kommen,

desto besser

Über 200000 Menschen haben sich 2008 in die DKMS-Datei aufnehmen lassen und stehen damit weltweit für Patienten zur Verfügung, die einen Spender benötigen. Mit 2904 Stammzell- und Knochenmarkspenden ermöglichte die DKMS für Patienten weltweit mehr Lebenschancen.

Obwohl es weltweit Millionen von registrierten Stammzellspendern gibt, gleicht die Suche nach einem geeigneten Spende der nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Laut Dr. Wanner liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20000 bis zu mehreren Millionen. Daher sei es notwendig, möglichst viele Leute zu typisieren, weil dadurch die Wahrscheinlichkeit wachse, dass für Mathias ein geeigneter Spender gefunden werde.

Diesem Wunsch schlossen sich auch die Eltern des Kleinen an, die nun hoffen, dass am 25. Januar möglichst viele Leute zur Typisierung nach Traunstein kommen.


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