Versöhnlicher Abschluß in Khanty Mansiysk

Mit dem 5. Platz im Sprint, dem 11. Platz im Jagdrennen und dem 4. Platz im Massenstart schaffte Andi es die Saison versöhnlichen abzuschließen.


Sprint der Männer: Peiffer sprintet zu seinem ersten Sieg

DSV-Skijäger Arnd Peiffer hat beim Biathlon-Weltcupsprint im sibirischen Khanty Mansyisk überraschend den ersten Weltcup-Sieg seiner Laufbahn gefeiert. Die kleine Kristallkugel für den Sprintweltcup sicherte sich Ole Einar Björndalen.

Acht Tage nach seinem 22. Geburtstag verwies der fehlerfrei schießende Harzer Rekordweltmeister Björndalen, der eine Strafrunde drehen musste, auf den zweiten Platz. Der Norweger hatte dennoch Grund zur Freude, denn er sicherte sich den Gesamt- und Disziplinenweltcup. Rang drei über zehn Kilometer ging an den Österreicher Christoph Sumann. Andi Birnbacher und Michael Greis rundeten mit den Plätzen fünf und sieben das gute Abschneiden der deutschen Männer ab.

Peiffer, WM-Dritter in Pyeongchang mit der Staffel und im Mixed, hatte es bisher noch nicht einmal auf ein Weltcup-Podest geschafft. Seine beste Platzierung war ein siebter Rang beim Sprint Mitte Januar in Oberhof. "Ein klasse Gefühl. Unverhofft kommt oft", sagte ein strahlender Peiffer. "Ich hatte einen Superski. Laufen und Schießen hat gepasst - einfach herrlich. Da muss ich wohl am Sonntag einen ausgeben." Björndalen hatte bereits 1998, 2003, 2005, 2006 und 2008 die Saisonwertung für sich entschieden. Nun zog er auch mit der Frauen-Rekordhalterin Magdalena Forsberg gleich, die Schwedin hatte von 1997 bis 2002 die Kristallkugel gewonnen.



Verfolgung der Männer: Norwegischer Doppelsieg

Der Norweger Ole Einar Bjoerndalen hat beim Biathlon-Verfolgungsrennen im russischen Khanty Mansiysk seinen 90. Weltcupsieg knapp verpasst. Der 35-jährige Ausnahme-Athlet verlor über die 12,5 Kilometer erst im Zielspurt hauchdünn um 0,1 Sekunden gegen seinen Landsmann Emil Hegle Svendsen und wurde wie schon im Sprint Zweiter. Trotzdem gewann Bjoerndalen nach seinem bereits feststehenden Sieg im Gesamtweltcup auch die Saisonwertung im Jagdrennen.

Nach den zehn Verfolgungsrennen lag der 14-malige Weltmeister 44 Punkte vor Svendsen. Auf Rang drei kam in der Verfolgung der Österreicher Christoph Sumann. Bester deutscher Skijäger war der Allgäuer Michael Greis als Vierter, der eine Strafrunde mehr laufen musste als die drei Erstplatzierten. "Jetzt, am Ende der Saison, wird alles im Kopf entschieden. Ich reiße mich hier noch einmal zusammen und freue mich schon auf daheim und den Urlaub", sagte der Nesselwanger im Ziel. Im Gesamtweltcup rückte er auf den vierten Rang vor.

Sprintsieger Arnd Peiffer wurde nach vier Schießfehlern Fünfzehnter. Besser lief das Rennen für Weltcup-Neuling Simon Schempp aus Uhingen. Mit nur einem Schießfehler lief er auf Rang zehn vor. Direkt dahinter kam Andreas Birnbacher als Elfter ins Ziel. Der Schlechinger verfehlte insgesamt drei Scheiben. Alexander Wolf lief mit fünf Schießfehlern auf Rang 28. Christoph Knie kam als 40. ins Ziel. Daniel Böhm und Michael Rösch blieben mit je vier Fehlschüssen außerhalb der Weltcup-Punktränge. Christoph Stepahn war wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht an den Start gegangen.

Das letzte Verfolgungsrennen der Saison ging schon turbulent los. Ein Renn-Helfer ließ den als Zweiten startenden Bjoerndalen nicht los, obwohl dessen Zeitrückstand hinter Peiffer bereits abgelaufen war. Grund war der Ausfall des Uhrensystems. Das Rennen wurde deshalb nach dem sechsten Läufer abgebrochen und mit 15 Minuten Verspätung erneut gestartet.



Massenstart der Männer: Österreicher dominieren

Der Österreicher Simon Eder hat beim Weltcup-Finale in Khanty Mansiysk das letzte Rennen der Biathleten gewonnen und sich seinen ersten Weltcup-Sieg geholt. Mit einer fehlerfreien Leistung am Schießstand setzte sich Eder vor seinem Landsmann Dominik Landertinger und dem Norweger Ole Einar Bjoerndalen durch. Eder war als einziger im Feld komplett ohne Schießfehler geblieben. Die Begabung dafür habe er von seinem Vater geerbt, kommentierte der Saalfeldener im Ziel.

Alfred Eder, der in seiner aktiven Biathlon-Laufbahn selbst zwei Bronze-Medaillen gewann, ist auch der Trainer des Massenstart-Siegers. "Wir haben das Schießen das ganze Jahr über trainiert. Da ist es schön, wenn es im Rennen aufgeht", erklärte Simon Eder. "Wir trainieren in Österreich in zwei Gruppen, das schafft eine gesunde Konkurrenz", verrät er auch das Geheimnes des österreichischen Mannschaftserfolges. Landsmann Landertinger holte sich mit dem zweiten Rang den Sieg in der Disziplin-Wertung, die vor dem Rennen noch Bjoerndalen angeführt hatte.

Bester deutscher Skijäger im letzten Massenstart über 15 Kilometer war Andreas Birnbacher als Vierter vor einem weiteren Österreicher: Christoph Sumann. Birnbacher lieferte im letzten Massenstart sein bestes Weltcup-Ergebnis der Saison ab. Nach dem zweiten Liegendanschlag musste er zwar einmal in die Strafrunde, blieb sonst aber fehlerfrei und ging nach dem letzten Schießen nahezu zeitgleich mit Bjoerndalen auf die Strecke. Das Tempo des Norwegers konnte Birnbacher aber nicht halten. "Ich habe Ole gesehen, aber er war einfach zu stark", sagte der Schlechinger nach dem Rennen. Mit dem vierten Platz habe die krankheitsbedingt durchwachsene Saison aber ein gutes Ende gefunden.

Weniger versöhnlich zeigte sich nach dem Rennen Teamkollege Michael Rösch. "Die letzten drei Wochen waren unglücklich bei mir. Heute hat endlich alles geklappt", erklärte Rösch und meinte damit vor allem seine Schießleistungen. Mit zwei Fehlern im ersten Liegendanschlag belegte der Altenberger im Massenstart am Ende Rang acht. "Mich freut es, dass ich so gut geschossen habe.", sagte Rösch, der sich aber über einen Sturz auf der letzten Runde ärgerte. "Ich wollte Simon Fourcade noch überholen, weil der im Gesamt-Weltcup vor mir lag. Das hat deswegen nicht geklappt."

Für die drei übrigen deutschen Starter wurden vor allem schlechte Schießleistungen zum Verhängnis. Mit drei Fehlern wurde Christoph Stephan immerhin noch Dreizehnter. Alexander Wolf musste insgesamt fünf Strafrunden laufen und kam auf Platz 22. Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis belegte Rang 27 mit acht Schießfehlern. Insgesamt zeigte sich Bundestrainer Frank Ullrich dennoch zufrieden mit dem Renn-Ergebnis: "Wir sind gut aufgestellt. Wir haben ein gutes Team um das Team. Wir haben uns eine Basis erarbeitet und möchten auf dieser Basis in der Olympia-Saison angreifen."


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