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"Auf dem Weg zu Olympia 2010 in Vancouver zählt jeder Kilometer": auf diesen kurzen Nenner bringt es Schlechings Biathlet Andi Birnbacher, wenn man ihn nach den Gründen für seinen Umzug im Frühjahr nach Reit im Winkl fragt. "Mir geht es in erster Linie um die Fahrerei", sagt der 27-Jährige zu den Hintergründen seines Umzuges. Keineswegs wolle er Schleching den Rücken kehren, schließlich sei das seine Heimat und werde es auch bleiben.
Auf dem Weg zu Olympia zählt für den Vizeweltmeister 2007 von Antholz jeder Kilometer und das nicht nur derzeit mit dem Rollerski. "Von Reit im Winkel aus bin ich relativ schnell in der Chiemgau-Arena beim Training und nach Hause in Schleching ist es auch nicht weit", erklärt Birnbacher seinen Wechsel. Passend dazu hat sich Birnbacher ganz in der Nähe im Ortsteil Blindau einen Fischweiher gepachtet. Als passionierter Hobbyangler hat er dort schon einige Forellen ausgesetzt. "Das macht mir Spaß, nach dem Training dort hinzufahren und die Fische zu füttern. Das ist einfach ein toller Ausgleich für mich", sagt der erfolgreiche Skijäger. Derzeit steckt der 27-Jährige bereits wieder mitten in der Saisonvorbereitung, in der Olympia 2010 im Mittelpunkt steht. "Ich bin gut reingekommen und fühle mich gut", sagt Birnbacher. Er hat die "Seuchensaison" des vergangenen Winters abgehakt. Dessen trauriger Höhepunkt war die krankheitsbedingte Abreise von der WM in Südkorea mit Herzproblemen auf dem Heimflug. "Das ist ausgestanden, ich schaue jetzt nur noch vorwärts." Aufbauen kann er dabei auf den Ergebnissen, die er in den letzten Saisonrennen des Winters erreicht hatte. "Da war ich wieder bei der Musik und das stimmt mich positiv", meint er. Am Stützpunkt Ruhpolding trainiert Birnbacher derzeit Grundlagen und Ausdauer zusammen mit Michi Greis und dem Rest der Gruppe unter Trainer Remo Krug. Neu ist, dass auch Fritz Fischer wieder als Trainer integriert worden ist. "Er hilft im Techniktraining aus und kann dort sicher seine große Erfahrung mit einbringen", ist sich der 27-Jährige sicher. Zwei Einheiten stehen momentan von Montag bis Freitag täglich auf dem Trainingsplan und noch eine am Samstag. Der Spruch "Ein guter Wintersportler wird im Sommer gemacht", bewahrheitet sich immer wieder. In dieser Woche wird die Ruhpoldinger Trainingsgruppe nach Obertilliach aufbrechen und später noch in die Höhe nach Bormio. Für Olympia will Birnbacher im Trainingsablauf neue Reize setzen ohne Bewährtes zu ändern. Dazu gehört auch die Umstellung der Ernährung, nach Plänen einer Ernährungsberaterin soll vor allem auf dem Kohlehydrate und Eiweißbedarf geachtet werden. Dabei wird auch das Fett reduziert. Die Zusammenarbeit mit diversen Mentaltrainern hat Birnbacher auf ein Minimum reduziert. "Ich will mich auf mein Training konzentrieren und nicht die Zeit auf der Straße vergeuden", sagt er. Die olympische Anlage in Vancouver hat Birnbacher wegen seiner Krankheit im vergangenen Winter nicht kennen lernen können. Doch dies sei kein Problem sagt er, "wenn man fit ist kann man auf jeder Strecke laufen und schießen. Die Strecken sind nicht so schwer", hat er am Fernsehschirm verfolgen können. Ziel in diesem Winter ist neben Olympia, eine gewisse Konstanz in seinen Leistungen, das heißt, Platzierungen unter den ersten 20 und vielleicht doch den ersten Weltcupsieg in der Karriere zu feiern. "Da hätte ich nichts dagegen, wenn das in Vancouver passiert", gibt er freimütig zu. <- Zurück |