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Region hat heiße Eisen im Olympischen Feuer
Bei den insgesamt 86 olympischen Entscheidungen in Vancouver ist aus heimischer Sicht kräftig Daumendrücken angesagt. Gleich sieben Sportler aus der Region sind bei den Spielen in Kanada am Start. Und das teilweise mit sehr guten Medaillenchancen. Vier dieser sieben Athleten haben bei ihren bisherigen Teilnahmen an Olympischen Spielen stets Medaillen abgeräumt: Anni Friesinger-Postma (33) steht vor ihren vierten Winterspielen nach 1998 in Nagano, 2002 in Salt Lake City und 2006 in Turin. Mit bislang zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen ist die Eisschnellläuferin vom DEC Frillensee-Inzell die erfolgreichste Athletin aus der Region. Von ihr werden deshalb auch in Vancouver Medaillen erwartet, auch wenn die Vorbereitung nicht optimal verlief. Ein Innenbandriss im Knöchel, die Schweinegrippe und Nachwirkungen ihrer Knie-Operation warfen sie immer wieder zurück. Sie verzichtete auf die Sprint-WM im Januar und schöpfte im Trainingscamp neue Hoffnungen, den langersehnten ersten Olympiasieg über die 1000-Meter-Strecke realisieren zu können - diese Entscheidung fällt am Donnerstag, 18. Februar. Aber auch über 1500 Meter (Montag, 22. Februar) ist sie ein heißes Eisen im olympischen Feuer: "Egal, wo ich eine Medaille hole, Hauptsache, es gelingt. Vielleicht einfacher über 1500, weil es nicht so auf den Start ankommt. Dabei schmerzen die zusätzlichen 500 Meter mehr...", so Friesinger. Evi Sachenbacher: Zweimal bei Olympischen Winterspielen war Evi Sachenbacher-Stehle am Start: Die 29-Jährige vom WSV Reit im Winkl hatte 2002 Gold und Silber mit nach Hause gebracht, 2006 folgte eine weitere Silbermedaille. Die Sportsoldatin hofft nach zuletzt positiven Resultaten im Weltcup auf eine weitere Steigerung. "Die Form kommt langsam, genau zum richtigen Zeitpunkt", so Sachenbacher-Stehle, "ich merke jetzt in den letzten Wochen, dass es immer besser wird." Ihre großen Momente könnten im Teamsprint (Montag, 22. Februar) und mit der deutschen Staffel (Donnerstag, 25. Februar) kommen. Tobias Angerer: Zwei Teilnahmen, drei Medaillen - das ist die bisherige Olympia-Bilanz von Tobias Angerer (32) vom SC Vachendorf: Der Traunstorfer hat von 2002 und 2006 bislang einmal Silber und zweimal Bronze zu Buche stehen. Die Vorbereitung absolvierte er im Trainingslager in Toblach. Nach überstandener Erkältung stand viel Ausdauer-, Technik- und Schnelligkeitstraining auf dem Plan. "Wir hatten perfekte Bedingungen, bei minus 10 Grad, täglich Sonne und traumhaften Loipen in den Dolomiten hat das Training richtig Spaß gemacht", meinte Angerer. Er hat seine erste Medaillenchance bereits am Montag, 15. Februar, über 15 Kilometer im freien Stil. Medaillenträchtig ist wohl auch die deutsche Staffel (am Mittwoch, 24. Februar), die letzten Kraftreserven sind beim 50-km-Massenstart am Abschlusstag (Sonntag, 28. Februar) gefragt. Amelie Kober war die große Überraschung der Winterspiele 2006 in Turin. Als damals 18-Jährige gewann die gebürtige Bad Aiblingerin die Silbermedaille im Parallel-Riesenslalom der Snowboarder. Mit 22 Jahren hat Kober einige Weltcup-Erfolge hinter sich und ist deshalb auch eine Medaillen-Kandidatin für Vancouver. Die für den SC Miesbach startende und aus Fischbachau stammende Kober will ihre gute Form unter Beweis stellen. Isabelle Laböck: Ihre ersten Olympischen Spiele erlebt hingegen die Prienerin Isabelle Laböck (23), die für den VSC Klingenthal fährt und ebenfalls in den Snowboard-Bewerben an den Start geht. Dass sie durchaus um eine Medaille mitfahren kann, hat sie zuletzt mit zwei fünften und einem siebten Platz im Weltcup bewiesen. "Am Tag X muss alles passen, der Hang muss stimmen, die Form muss da sein und dann muss man das Beste aus dem Tag machen", weiß die bei der Bundespolizei in Bad Endorf stationierte Sportlerin. "Wir müssen an einem Wettkampftag zehn Läufe nach unten bringen und die müssen alle passen", so die einfache und zugleich schwere Formel. Am Renntag habe jeder Sportler seinen eigenen Rhythmus. "Vor allem im Kopf muss man klar sein, Olympia ist für mich Neuland und jeder ist mit dem Willen in Vancouver, zu gewinnen. Ich will mein Ding machen und schauen, was dabei herauskommt", sagt die 23-Jährige. Der große Tag von Laböck und Kober ist am Freitag, 26. Februar. Andi Birnbacher: Einmal konnte Biathlet Andreas Birnbacher das olympische Flair bereits genießen - allerdings war der gebürtige Priener, der aber aus Schleching stammt und für den SC Schleching startet, 2006 in Turin nur der Ersatzmann und ist noch ohne Einsatz bei einem Olympia-Rennen. Der 28-Jährige gehört dem sechsköpfigen deutschen Herren-Team an und ist diesmal ein gesetzter Athlet. Bei den vergangenen Winterspielen waren die Biathleten große Medaillensammler - auch diesmal wollen die Skijäger wieder zuschlagen. Dabei geht es für Birnbacher & Co. Schlag auf Schlag: Am Sonntag, 14. Februar, geht es mit dem Sprint los, zwei Tage später (Dienstag, 16. Februar) findet der Verfolgungswettbewerb statt und weitere zwei Tage danach (Donnerstag, 18. Februar) steht die Langdistanz über 20 km auf dem Plan. Am Sonntag, 21. Februar, geht es mit dem Massenstart-Bewerb weiter, gute Medaillenchancen hat das deutsche Team mit der Staffel am Freitag, 26. Februar. Konstantin Schad: Der siebte Starter aus der Region ist eher ein unbeschriebenes Blatt: Begonnen hat die Snowboardkarriere von Konstantin Schad recht unspektakulär. "Ich habe mit elf Jahren zum ersten Mal auf einem Brett gestanden. In der Schule gab es eine Mannschaft und ich bin Schüler-Cups gefahren", erinnert sich der gebürtige Rosenheimer Schad. Zunächst fuhr der Bundeswehr-Unteroffizier gleich drei Disziplinen. 2006 fiel dann die Entscheidung: "Für die Olympischen Spiele in Turin wurde der Boardercross als dritte Snowboard-Disziplin aufgenommen. Da stand für mich fest, dass ich mich darauf spezialisiere, schließlich wollte ich schon immer zu Olympischen Spielen", erklärt er. Bereits im ersten Anlauf klappte es für den 21-Jährigen aus Fischbachau, der für den SC Miesbach startet. Neben diesen sieben Startern wird in Bad Endorf mit den Sportlern der Bundespolizeisportschule mitgefiebert. Dazu drückt man in Ruhpolding noch einigen "Zugereisten" kräftig die Daumen - allen voran Biathlet Michael Greis, 2006 in Turin dreifacher Olympiasieger. Auch Biathlet Simon Schempp sowie die im Langlauf nominierten Miriam Gössner, Steffi Böhler und Josef Wenzl haben ihr Domizil mittlerweile im Chiemgau aufgeschlagen und vertreten deshalb nicht nur Deutschland, sondern auch die Heimatregion in Vancouver. Quelle: OVB Online <- Zurück |