Unsere Mission: WM 2012!

„Unsere Mission heißt ganz klar Weltmeisterschaft 2012 hier in Ruhpolding“, mit dieser klaren Ansage ist Herren-Biathlon-Disziplintrainer Fritz Fischer Anfang der Woche in die Vorbereitung zur neuen Saison gestartet.

Fischer ist wie der Ruhpoldinger Ricco Groß nach den Olympischen Spielen von Vancouver vom DSV neu ins Trainerteam der deutschen Skijäger berufen worden. Fischer wird am Stützpunkt Ruhpolding zusammen mit Mark Kirchner, der in Oberhof verantwortlich ist, die Nachfolge von Frank Ulrich antreten. Ricco Groß und Gerald Hönig sind als Disziplintrainer für die Damen zuständig und über allem steht als Cheftrainer der bisherige Damenbundestrainer Uwe Müßiggang.

Die sogenannte zweite Garde im IBU Cup betreut ab sofort Andi Stitzl aus Bergen im Herren- und Remo Krug im Damenbereich. Markus Fischer wird sich am Stützpunkt Ruhpolding um den Nachwuchs kümmern. „Ich denke wir sind damit gut aufgestellt“, sagte Fritz Fischer zum Trainingsauftakt zu dem er seine Gruppe mit Michi Greis, Andi Birnbacher, Simon Schempp und Toni Lang zum Joggen an den Weitsee zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl antreten ließ. Danach stand eine Trainingseinheit im Kraftraum in der Chiemgau Arena auf dem Plan. „Wir müssen hart arbeiten, letztendlich zählt der Sportler und in der Liga in der wir uns bewegen, das ist wie beim FC Bayern mit der Champions League“, legt Fischer gleich die Messlatte ziemlich hoch. „Unser Job ist es international den Fokus auf Podestplätze zu richten, mindestens aber einen Platz unter den Top 10 anzustreben“, legt der 53jährige nach. Darum sagte Fischer auch gleich „Ja“, als ihn der Ruf von DSV Sportdirektor Thomas Pfüller erreichte, ob er es sich vorstellen könne, nach seinem freiwilligen Abschied nach Olympia 2006 wieder ins Trainerteam des DSV aufzusteigen.

„Ich habe mich mit meiner Frau Hanni beraten und sie steht voll hinter mir, also habe ich zugesagt. Ich finde es als eine große Herausforderung mit dieser Truppe was zu erreichen. Für meine Kollegen Ricco Groß und Andi Stitzl werde ich natürlich immer ein offenes Ohr für ihre Fragen haben“, so Fischer. Momentan sieht sich der Trainingsbetrieb in der Chiemgau Arena auch mit den Baumaßnahmen zur WM 2012 konfrontiert, im Juni soll in der Nähe des Schneedepots ein provisorischer Schießstand installiert werden. Bis dahin steht die Grundlagen-Ausdauer auf dem Programm.

„Wir müssen nichts Neues erfinden, sondern nur eine neue Motivation finden“, sagt Fischer in Anbetracht der durchwachsenen Leistungen in der vergangenen Saison. Zu den Gründen einer eher schwachen Saison der erfolgsverwöhnten deutschen Skijäger meinte Fischer, dass die anderen Nationen in den vergangenen Jahren nicht geschlafen hätten und es immer ihr Ziel gewesen sei, die Deutschen zu schlagen. „Man darf uns nicht abschreiben, wir werden in dieser Saison schon wieder erste Duftmarken setzen und natürlich ist unser primäres Ziel die WM 2012 hier im eigenen Stadion in der Chiemgau Arena.“

Dafür setzt Fischer auf seinen Leitwolf Michi Greis der unter seiner Regie in Turin 2006 drei Goldmedaillen holte. Schon vor Olympia 2010 suchte Greis wieder den Kontakt zu Fischer und auch während der Spiele standen beide im telefonischen Kontakt. „Er muss wieder hungrig werden“, meint Fischer lapidar der in Zukunft seine Athleten wieder auf der Strecke lautstark betreuen wird, während Mark Kirchner die Arbeit am Schießstand verrichtet.

Bei Andi Birnbacher ist sich Fischer sicher, dass er das Zeug zum Spitzenmann habe und ein erster Weltcupsieg herausspringen solle. Der dritte Spitzenathlet im Bunde ist Simon Schempp, der gegen Ende der vergangenen Saison groß herauskam. Weltmeister mit der Mixed-Staffel und ein zweiter Platz beim Weltcup in Oslo in der Verfolgung standen bei dem 21-Jährigen zu Buche.“ Er ist immer für eine Überraschung gut“, lobt Fischer seinen Youngster. Große Stücke hält Fischer auf Andi Stitzl. Der Bergener hatte in der vergangenen Saison den Nachwuchs in der Chiemgau Arena und Kati Wilhelm betreut. Nach deren Rücktritt wird Stitzl nun die Herren im IBU Cup betreuen, allen voran mit dem Gesamtsieger 2009/10 Daniel Graf vom TSV Siegsdorf.

Dazu kommen Christoph Knie, Florian Graf und Johannes Kühn. „Mit dieser Truppe zu der auch noch Toni Lang kommt, ist einiges möglich“, freut sich Stitzl auf seine neue Aufgabe. Für Damen-Disziplintrainer Ricco Groß heißt es in seinem ersten Trainerjahr gleich den Umbruch im Team einzuleiten. Mit Kati Wilhelm, Martina Beck und Simone Hauswald haben gleich drei Stützen nach den Spielen in Vancouver ihr Karriereende bekannt gegeben. „Es ist eine reizvolle Aufgabe und man kann diesen Neuanfang als große Chance sehen“, sagt der 39jährige der erst vor kurzem sein Trainerdiplom an der Sporthochschule Köln mit einem „Sehr Gut“ abschließen konnte.

Zusammen mit Gerald Hönig will Groß in der Erfolgsspur des deutschen Damenbiathlons bleiben und setzt dabei vor allem auf Superstar Magdalena Neuner und auf die routinierte Andrea Henkel. Dahinter kommen Talente wie Miriam Gössner und auch Kathrin Hitzer sollte nach ihren Verletzungen aus dem vergangenen Winter wieder in die Spitze zurückkommen. „Wir haben Kathrin noch ein wenig Regeneration zugestanden“, sagte Groß zum Trainingsauftakt in der Chiemgau Arena.

„Wir legen das Training ähnlich wie bei den Herren an, jeder von uns (Hönig) hat seine individuellen Aufgaben am Stützpunkt“, umschreibt der neunfache Weltmeister seine Tätigkeit. Während der Weltcups wird Groß die Damen auf der Strecke betreuen, während Gerald Hönig die Arbeit am Schießstand übernimmt. „Natürlich bin ich jetzt vor der Saison schon aufgeregt, das ist ganz normal, aber ich freue mich riesig auf meine neue Aufgabe“, meint Groß abschließend auf die Frage, ob er denn als Trainerneuling „Bammel“ vor seiner Aufgabe habe.


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