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Ab Mittwoch, 14. Januar, wird es in der Chiemgau Arena wieder brodeln. Einmal im Jahr treffen sich die weltbesten Skijäger zum Biathlonweltcup.
Ruhpolding. Was Ende der 70er Jahre mit 26 Nationen und relativ wenigen Zuschauern begonnen hat, ist mittlerweile die größte Sportveranstaltung im Landkreis Traunstein. „Früher haben wir die Zuschauer mit zwei Bussen vom Ort ins Stadion gefahren, heute haben wir einen permanenten Pendelverkehr“, erinnert sich der neunfache Weltmeister Ricco Groß noch an die Rennen Ende der 80er Jahre. Heuer findet der 26. Weltcup in der Chiemgau Arena statt. Dazu kommen, seit 1979, drei Weltmeisterschaften und drei Juniorenweltmeisterschaften. Fast 40 Nationen mit 600 Sportlern und Betreuern zählt Pressechef Martin Haßlberger in diesem Jahr. Begonnen hat alles am Zirnberg Mitte der 60er Jahre als dort zunächst Sprungschanzen gebaut worden sind. Biathlon im Chiemgau kam über in Inzell nach Ruhpolding zunächst in den Ortsteil Fuchsau. Später übersiedelte man dann an den rund fünf Kilometer entfernten Zirnberg, Grundstückseigner dort sind die bayerischen Staatsforste. Der Olympiasieger von Sarajevo 1984 Peter Angerer musste als Jugendlicher selbst Hand anlegen als es um den Bau des Schießstandes ging. „Wir haben Bäume gefällt und Beton gemischt“, erinnert er sich. Pioniere des Biathlons in Ruhpolding waren der unvergessene Theo Merkel und Hans Pichler, bekannt als der „Oberhauser.“ Sie hätten es sich damals nicht träumen lassen, dass mittlerweile 40 Kadersportler aus dem Biathlon, Langlauf, der Nordischen Kombination und Skispringen den Stützpunkt nutzen. Die bekanntesten Gesichter kommen aus dem Biathlon und Langlaufen. Michi Greis, Andi Birnbacher, Kati Wilhelm, Kathrin Hitzer und Tobi Angerer sowie Evi Sachenbacher-Stehle drehen auf der über viereinhalb Kilometer langen Rollerbahn ihre Runden. 20 Prozent beträgt die maximale Steigung, bei den Sportlern zählen die Ruhpoldinger Loipen zu den Schwierigsten. Stetig ausgebaut sind auch die Zuschauerränge geworden, 10.000 Fans können die Rennen von dort aus bewundern. Noch einmal so viele finden Platz an der Strecke. Doch diese Kapazität muss bis 2012 weiter ausgebaut werden. In diesem Jahr ist Ruhpolding Ausrichter der bereits vierten WM in der Chiemgau Arena. Im September vergangenen Jahres hatte die Gemeinde den Zuschlag dafür in Prag bekommen. „Wir müssen viel Geld in die Hand nehmen“, weiß Bürgermeister Claus Pichler. Er erhofft sich von der Fertigstellung der Ortskernumfahrung vor dem Weltcup eine spürbare Entlastung, was den Autoverkehr während der Wettkämpfe betrifft. Keine Probleme gibt es in der Chiemgau Arena mit dem Schnee. Mit der Übersommerung konnten die Verantwortlichen an die 6000 Kubikmeter der weißen Pracht auf die Loipen aufbringen. In den vergangenen Tagen haben acht Schneekanonen für Nachschub gesorgt. „Bei diesen Temperaturen lacht das Herz des Stadionsleiters, der Weltcup ist gesichert“, freut sich Engelbert Schweiger angesichts der satten Minusgrade der vergangenen Tage. Nicht kalt wird den rund 2.000 VIP-Gästen bei den Wettkämpfen, denn direkt an der Strecke erwartet sie ein bestens beheiztes Zelt, in diesem warten erlesene Speisen und Getränke auf Besucher wie ZDF-Moderator Peter Hahne, Boxlegende Henry Maske oder Hoffenheim-Trainer Ralf Rangnick. Und auch die Biathleten freuen sich auf Ruhpolding. Ein Heimspiel wird es für den Schlechinger Andi Birnbacher. „Das ist immer der Höhepunkt einer Saison. Die Zuschauer sind so nah, meine Familie ist da und viele Freunde kommen.“ <- Zurück |