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Plakate und Hilfsaufrufe an jeder Ecke, Bürger sammeln in privaten Aktionen Spenden, veranstalten Flohmärkte zu Gunsten der Initiative »Mathias braucht Dich!« und ganze Gruppen haben schon jetzt angekündigt, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen: Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist groß, seit wir Anfang des Monats zum ersten Mal über das Schicksal des kleinen Mathias Meier aus Schleching berichtet haben. Für ihn wird im Rahmen einer Typisierungsaktion am Sonntag im Klinikum Traunstein ein Stammzellenspender gesucht – die einzige Heilungschance für das drei Monate alte Baby.
»Jeden Tag melden sich 30 bis 50 Anrufer auf unserer Service-Nummer, die meisten haben noch Fragen zur Typisierung«, sagt die Kinderärztin Dr. Adelheid Bürger. Sie hat mit drei Kollegen und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) die Initiativgruppe »Mathias braucht Dich!« ins Leben gerufen. »Die Resonanz ist groß. Sogar private Spendensammlungen, Flohmärkte oder kleinere Typisierungsaktionen werden organisiert, zum Beispiel von der Rosenheimer Polizei und bei einem Eishockeyspiel in Trostberg.« Auch die Eltern des Babys, Bettina und Mathias Meier, sind »überwältigt« von der Solidarität der Menschen in den vergangenen Wochen. »Wir danken allen für die große Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und die Spenden.« Beeindruckt sind die Eltern auch von der Leistung des Teams im Traunsteiner Krankenhaus: »Dieses Engagement ist unbezahlbar.« Jetzt hofft die Familie, dass auch am Sonntag viele Menschen zur Typisierung ins Traunsteiner Krankenhaus kommen. Das Knochenmark von Mathias bildet wegen einer angeborenen Krankheit, dem Shwachmann-Diamond-Syndrom, keine Blutkörperchen. Das Immunsystem des Kleinen ist deshalb so schwach, dass jede Infektion für ihn lebensgefährlich sein könnte – zwei Mal hing sein Leben schon am seidenen Faden. Seit seiner Geburt bekommt Mathias ständig Bluttransfusionen und Hormon-Injektionen. Eine Stammzellenspende ist jedoch die einzige Heilungsmöglichkeit. Der Kampf um das Leben des Babys wird auch von prominenter Seite unterstützt: Schirmherr der Initiative ist der ehemalige Landtagspräsident Alois Glück, der an die Bevölkerung appelliert, bei der Aktion aus Solidarität mitzumachen. Auch der Biathlet Andi Birnbacher, der wie Mathias aus Schleching kommt, die Ex-Biathletin Uschi Disl und der Traunsteiner Langläufer Tobias Angerer setzen sich für das Baby ein. Über 10 000 Euro wurden durch die Hilfe der Sportler beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding gesammelt. Uschi Disl hat sogar selbst 500 Euro gespendet und im VIP-Zelt Trikots und Sporttaschen versteigert. Am morgigen Samstag veranstaltet der Tobi-Angerer-Fanclub von 9 bis 14 Uhr vor dem Edekamarkt in Traunstorf eine Spendenaktion mit Kaffee und Kuchen. Geldspenden sind äußerst wichtig für das Gelingen der Aktion: Sich am Sonntag als Stammzellenspender registrieren zu lassen, ist grundsätzlich kostenlos. Bei jeder Registrierung fallen jedoch Kosten in Höhe von 50 Euro an, die nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Die DKMS ist daher als gemeinnützige Gesellschaft allein auf Spenden angewiesen. Wer dem kranken Baby helfen möchte, kann sich am Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Klinikum Traunstein als Stammzellenspender registrieren lassen. Dafür genügt eine einfache Blutabnahme. Kommen kann jeder, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, über 50 Kilogramm wiegt und keine schweren Krankheiten hat. Hat man bereits bei früheren Aktionen mitgemacht, muss man sich nicht mehr typisieren lassen, da die Daten bereits in einer zentralen Datei gespeichert sind. Jeder kann die Aktion auch über das Spendenkonto 400 660 78, Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, BLZ 710 520 50, Stichwort »Mathias braucht Dich«, Empfänger DKMS, finanziell unterstützen. Die Organisatoren sind bei Fragen auch unter der Service-Nummer 0176/523 235 27 zu erreichen. Die Teilnehmer der Aktion können einen Hubschrauberflug der Firma HTM sowie einen Rundflug mit dem Privatpiloten Kurt Wildmoser gewinnen. Kuchen und Getränke spendieren die Firmen Siegsdorfer Petrusquelle und Adelholzener, mit einer Gulaschkanone rücken die Reservisten der Arbeitsgemeinschaft »Historische Militärfahrzeuge« an. Auch an Kinder, die am Sonntag ihre Eltern begleiten, wurde gedacht: Damit den Kleinen nicht langweilig wird, gibt es eine Kinderbetreuung samt Clown. Parken kann man kostenlos an der Krankenpflegeschule. <- Zurück |